Arthrose eine Alterskrankheit ? Wer ist von Arthrose betroffen ?

Arthrose eine Alterskrankheit ? Wer ist von Arthrose betroffen ?

Ist Arthrose eine Alterskrankheit?

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Nach wie vor gilt Arthrose als Alterskrankheit – so sind inzwischen über zwei Drittel der Menschen über 65 Jahre davon betroffen. Immerhin sind das ca. 15 Millionen Arthrosepatienten in Deutschland. Bei bis zu 40% der 60-Jährigen liegt die Ursache bei einer Degeneration der Gelenke. Neben dem Lebensalter sind die weiteren Hauptrisikofaktoren Über- und Fehlbelastungen vor allem der stark belasteten und lasttragenden Gelenke an den Beinen und an der Wirbelsäule.

Zunehmend sind aber immer mehr auch jüngere Menschen von einer Arthrose betroffen. Besonders junge Menschen, die bereits Gelenkverletzungen hinter sich haben, sei es durch Verletzungen oder Sport, können erkranken. Belastung allein verursacht die Krankheit aber nicht. Denn die Kniegelenke von Joggern sind nicht häufiger verschlissen als die Knie von Sportmuffeln.

Neben Gelenkverletzungen sind weitere Risikofaktoren verantwortlich für eine Arthrose, wie hormonelle Einflüsse, Fehlernährung, Übergewicht, körperlich anstrengende Tätigkeiten und Gelenkfehlstellungen. Bereits eine Fehlbelastung in einem einzigen Gelenk bringt die übrigen 142 Gelenke in eine Schieflage und bewirkt so auf Dauer Knorpelschäden – auch in Gelenken, die sich in weit entfernten Körperregionen befinden.

So kann es durchaus vorkommen, dass sich nach einer Knie-Operation wegen eines Menikusrisses die gesamte Körperstatik verändert und eine andere Haltung (Schonhaltung) eingenommen wird. Dies wiederum belastet dann andere Gelenke, wie Hüfte und Wirbelsäule, sodass es später zu Schmerzen in diesen Gelenken kommen kann, wenn nicht gar später zu einem künstlichen Gelenk.

Immerhin werden in Deutschland bereits 209.000 mal pro Jahr schmerzende Hüften gegen Prothesen ausgetauscht und rund 175.000 künstliche Kniegelenke (!) eingesetzt. Die deutschen Kliniken sind im internationalen Vergleich übrigens Weltmeister im operieren. Doch es muss nicht immer eine Prothese sein. Durch eine geeignete Vorbeugung kann man eine Menge tun, um seine Gelenke zu erhalten und einer Prothese zu entgehen.

Ein Operation am Knie sollte generell erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn vorher andere Massnahmen zu keiner Verbesserung geführt haben. Viel zu schnell wird oftmals von der Ärzteseite her eine Knieoperation verordnet. Hierzu sollte man wissen, dass Operationen für die Kliniken durchaus sehr lukrativ sind. Gern möchte ich an dieser Stelle auf eine äußerst interessante Reportage von der ARD zu dem Thema hinweisen, die genau diese Problematik näher untersuchte "Krankenhaus-Report – Wo Medizin Kasse macht".

Aus eigener schmerzlicher Erfahrung weiss ich, dass ich bereits bei meinem ersten Besuch bei einem Orthopäden direkt einen OP-Termin, der 14 Tage später sein sollte, verschrieben bekam. Erst sollte der Meniskus entfernt und in einer weiteren späteren OP empfahl mir dieser Arzt, dann auch mein Kreuzband zu operieren, da ich eine sog. "Schublade" im Knie hätte.

Es wurden mir bei diesem Arzttermin übrigens keinerlei Fragen zu meiner Ernährung oder zu meinen sonstigen Lebensumständen gestellt. Als ich dann die Meinung eines anderen Orthopäden einholte, sah die Sache plötzlich völlig anders aus. Dieser riet mir, ich bräuchte mir nur den Meniskus operieren zu lassen – eine Kreuzband-OP sei völlig überflüssig.

Als ich dann – übrigens mit immer wieder dem gleichen MRT – zu dem 3. Orthopäden ging, bekam ich eine 3. Meinung. Dieser verordnete mir nur eine Salbe, die ich regelmäßig auf mein Knie auftragen solle. Aber auch dieser letzte Orthopäde erklärte mir leider nicht die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheiten, sodass sich der Zustand meines Knies damals leider nicht besserte.

Was ich Ihnen hiermit sagen möchte ist, eine Operation in so einem empfindlichen und höchst komplexen Gelenk wie einem Kniegelenk- übrigens wesentlich filigraner als ein Hüftgelenk – sollte definitiv nur das allerallerletzte Mittel sein. Leider ist auch von Seiten der Patienten häufig die Einstellung, wenn etwas nicht mehr funktioniert, dann geht man einfach zu einem Operateur, lässt sich zusammenflicken und funktioniert dann wieder wie vorher. Dies erscheint auf den ersten Blick einfacher als seine Gewohnheiten, wie Ernährung und ähnliches umzustellen. 

Und wenn ich mich so in meinem Bekannten- und Freundeskreis umsehe, dann hat jeder aber auch wirklich jeder nach einer Operation, egal welcher Art, hinterher ein anderes Problem mit seinem Körper. 

Langfristig ist also die Denkweise, sich mal auf die Schnelle operieren zu lassen, äußerst fatal. Denn wenn unser Körper nicht die notwendigen Nährstoffe erhält, dann entzieht er diese an irgendeiner andern Stelle aus dem Körper, wie aus dem Knorpel, aus Organen etc. Natürlich sind wir bei der heutigen Ernährung, die auf Fleisch, Zucker, Fett, Weissmehl, Kaffee, Cola, Fastfood, Fertigprodukten etc. beruht, durchweg alle von Vitamin- und Mineralstoffmangel bedroht. Hinzu kommt der ständig wachsende Stress durch völlige Überforderung am Arbeitsplatz. All dies übersäuert unseren Körper. Aber die Lösung davon heißt ganz bestimmt nicht, einen Arzt aufzusuchen, um sich mal das Knie operieren zu lassen, sondern eher, nach den wirklichen Ursachen zu suchen und diese zu beseitigen.