Eigenbluttherapie gegen Arthrose?

Eigenbluttherapie gegen Arthrose?

Eigenbluttherapie gegen ArthroseKürzlich traf ich meine Hausmeisterin im Treppenhaus, die sich seit kurzem nur noch humpelnd fortbewegen kann. Auf meine Frage was denn der Grund sei, meinte sie, ihr Arzt hätte bei ihr eine Hüftgelenksarthrose diagnostiziert. Und seit einiger Zeit hätte sie es mit Hilfe einer Eigenbluttheapie in mehreren Sitzungen versucht, ihrer Hüftarthrose beizukommen. Bislang allerdings leider erfolglos.

Was genau soll eine Eigenbluttherapie bei Arthrose bewirken?

Bei einer Abnutzung des Knorpels entstehen im Gelenk entzündliche Prozesse. Ziel der Eigenbluttherapie soll es nun sein, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und für einen Rückgang der Entzündung zu sorgen und die Schmerzen zu reduzieren.

Selbst wenn es tatsächlich gelingen sollte, eine Entzündung mittels Eigenblut zu reduzieren, stehe ich persönlich stehe einer solchen Behandlung einer Hüftgelenksarthrose sehr kritisch gegenüber.

Eine Entzündung ist keine eigentliche Krankheit, sondern nur die Reaktion des Körpers auf eine Schädigung. Entzündungen im Körper sind immer ein Warnzeichen. Auch wenn die Entzündung zurückgehen sollte, ändert dies nichts an der Ursache der Krankheit.

Was ist die Ursache von Arthrose?

Wobei ich wieder bei der Hauptursache von Arthrose bin, nämlich der Übersäuerung des Körpers, die ausgelöst in erster Linie durch mangelhafte Ernährung mit zu wenig Mineralien und Vitaminen und durch einen Überschuss an Säuren, die in den meisten üblichen Lebensmittel, aber auch Reinigungsmittel, Pflegemitteln, Arzneimitteln etc. steckt. 

Unser Körper versucht – genauso wie unsere Körpertemperatur – auch seinen pH-Wert permanent konstant zu halten. Bekommt er nicht die nötigen Mineralien – insbesondere Magnesium – dann holt er sich dies an verschiedenen Stellen im Körper, wie aus den Haaren, aus den Zähnen, aus den Knochen, aus dem Gelenkknorpel, aus den Organen etc. 

Um unsere Körpertemperatur ständig auf gleichem Wert zu halten, ziehen wir uns wie selbstverständlich entsprechend kleidungsmäßig an, um nicht zu stark auszudünsten und zu frieren oder nicht übermäßig zu schwitzen. Genauso wichtig und zwar lebenswichtig ist es, seinen pH-Wert zu regulieren, und zwar durch geeignete Ernährung und eine geeignete Lebensweise.

Also, wie soll das eigene Blut, das nicht im optimalen pH-Bereich ist, es schaffen, den kranken Körper wieder zu heilen? Das ist mehr als unlogisch. Folglich hat es auch wenig Sinn, einer Arthrose mittels Eigenbluttherapie beizukommen. 

Dass es weitaus sinnvoller ist es, sich mit frischem Obst und Gemüse einzudecken, nach Möglichkeit weitestgehend tierische Produkte, Zucker, Milch, Weissmehl, Softdrinks, Fertigprodukte etc. von der Einkaufsliste zu streichen. Nahrungsergänzungen können durchaus sinnvoll sein, gerade weil es heutzutage nicht einfach ist, seinem Körper ausreichend Magnesium zuzuführen, da unsere landwirtschaftlichen Böden immer magnesiumärmer werden.

Aber alle Nahrungsergänzungen sollten ausschließlich auf natürlicher, pflanzlicher und nicht chemischer Basis sein. Unser Körper kann Produkte, die direkt von einer Pflanze stammen – ohne den Umweg über ein Tier, am besten für sich verwerten. 

Daneben ist es natürlich sinnvoll, sich regelmäßig und gelenkschonend zu bewegen, seinen Stress und Ärger zu minimieren, ausgeglichener zu leben, Sonnenlicht zu tanken, viel gutes mineralhaltiges Wasser zu trinken etc. Die Frage ist nur, wer will das schon von jemand anderem hören. In der Hoffnung auf eine "schnelle Lösung" des Problems, werden lieber alle möglichen mehr oder weniger sinnvollen Therapien ausprobiert – und an den Gewohnheiten nichts geändert. 

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Nachtrag: Jetzt, einige Monate später, begegnete ich mal wieder meiner Hausmeisterin. Inzwischen läuft sie mit einer Gehhilfe, sprich Krückstock. Anscheinend hat die Eigenbluttherapie nicht viel ausrichten können …